Die erste Steuererklärung: Tipps für Berufseinsteiger
Warum sich die erste Steuererklärung lohnt
Viele Berufseinsteiger schrecken vor der ersten Steuererklärung zurück. Begriffe wie Werbungskosten, Pauschalen oder Anlagen klingen kompliziert, und oft denkt man: „Das lohnt sich doch sowieso nicht.“ In Wirklichkeit bekommen viele Arbeitnehmer gerade in den ersten Berufsjahren Geld zurück – zum Beispiel durch Arbeitsmittel, Fahrten zur Arbeit oder Umzugskosten. Eine Steuererklärung ist deshalb nicht nur Pflicht für manche, sondern häufig auch eine Chance, sich einen Teil der gezahlten Steuern zurückzuholen.
Der wichtigste Schritt ist, systematisch vorzugehen und die typischen absetzbaren Kosten zu kennen.
Werbungskosten: Das größte Sparpotenzial
Werbungskosten sind alle Ausgaben, die beruflich veranlasst sind. Dazu gehören Fahrten zur Arbeit (Pendlerpauschale), Arbeitsmittel wie Laptop, Monitor, Bürostuhl, Fachliteratur oder Weiterbildungen. Auch Bewerbungskosten oder beruflich genutzte Telefon- und Internetkosten können absetzbar sein. Viele dieser Kosten werden vergessen, obwohl sie schnell mehrere hundert Euro im Jahr ausmachen.
Wichtig ist, Belege zu sammeln oder zumindest Kontoauszüge aufzubewahren. Wenn Sie keinen Beleg mehr haben, können manche Kosten trotzdem über Pauschalen angesetzt werden – aber Belege erhöhen die Sicherheit bei Nachfragen.
Home-Office und Arbeitszimmer
Wer teilweise oder vollständig von zu Hause arbeitet, kann je nach Regelung eine Home-Office-Pauschale oder ein Arbeitszimmer absetzen. Voraussetzung ist meist, dass tatsächlich von zu Hause gearbeitet wird. Auch hier lohnt es sich, die tatsächlichen Arbeitstage zu notieren, um korrekte Angaben zu machen.
Software nutzen: Einfacher als gedacht
Moderne Steuerprogramme und Apps führen Schritt für Schritt durch die Erklärung. Sie stellen Fragen in normaler Sprache und füllen automatisch die richtigen Felder aus. Viele Programme zeigen sogar an, wie hoch die voraussichtliche Rückerstattung sein könnte. Für Berufseinsteiger ist das oft der einfachste Weg, ohne tiefes Steuerwissen eine korrekte Erklärung abzugeben.
Fristen und häufige Fehler
Achten Sie auf Abgabefristen und darauf, keine Angaben zu vergessen. Häufige Fehler sind falsche Kilometerangaben beim Arbeitsweg, vergessene Belege oder fehlende Einträge zu Versicherungen. Auch Beiträge zur Krankenversicherung, Haftpflicht oder Altersvorsorge können steuerlich relevant sein.
Fazit
Die erste Steuererklärung ist weniger kompliziert, als sie wirkt. Wer Werbungskosten und typische Pauschalen kennt, Belege sammelt und eine Software nutzt, kann oft unkompliziert Geld zurückbekommen. Der Aufwand lohnt sich – besonders am Anfang der Karriere.